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Ein Haus der Geschichte für NRW? Viel Sympathie für eine Idee
Die Idee, ein Haus der Geschichte für Nordrhein-Westfalen aufzubauen, findet viel Sympathie. Ich freue mich darüber, dass Bürgerinen und Bürger, Experten und Journalisten und auch Politiker aus allen Parteien aufgeschlossen dafür sind. Einige Menschen, die mich positiv darauf ansprachen, haben sogar schon Ausstellungsstücke angeboten. So weit sind wir aber (jetzt) noch nicht…
Vor rund einem Jahr griff ich die Anregung von Landeshistorikern gerne auf, bei uns ein solches Haus zu planen und aufzubauen, wie es der Bund u.a. Bonn und das Land Baden-Württemberg in Stuttgart bereits verwirklicht haben. Die Bitte um weiterführende Impulse fiel auf fruchtbaren Boden. Zuletzt haben vor wenigen Tagen Fachleute aus renommierten Institutionen, Wissenschaftler und Bildungspraktiker in Düsseldorf skizziert, was aus Ihrer Sicht nötig ist, um diese Idee in die Tat umzusetzen. Ich bin überzeugt, dass ein Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen eine Bereicherung sein wird. Das gilt zum Beispiel
- für die Vermittlung von Geschichte und Politik in allen Generationen und Bevölkerungsgruppen
- für das Verständnis von Identität und Entwicklung des Landes und den Zusammenhalt in Nordrhein-Westfalen
- als Chance, z.B. in Sonderausstellungen den Weg der Regionen des Landes oder wichtige soziale Entwicklungen zu präsentieren, die aus der Geschichte in die Gegenwart reichen.
Heimat ist immer mehr als nur ein Ort. Das Haus der Geschichte stelle ich mir zum einen als erlebnisreiche Entdeckungsreise durch Geschichte an Rhein und Ruhr vor. Zum anderen als eienn Ort,der anregt, nachzudenken und zu diskutieren, wie der Weg vom gestern ins Morgen weiter geht.. Darüber wird ja auch maßgeblich im Landtag entschieden. Das macht eine Nähe beider Einrichtungen so sinn- wie reizvoll.
Besonders freue ich mich, dass die Vertreterin der Landesregierung grundsätzliche Zustimmung zu dem Vorhaben signalisierte. Auch die Vertreter der landeshistorischen Einrichtungen und Museen, insbesondere der beiden Landschaftsverbände, und die anwesenden Landeshistoriker, Archivare, Didaktiker und Pädagogen, betonten, dass ein zentrales landeshistorisches Museum in der Landeshauptstadt dem Land gut zu Gesicht stünde.
Prof. Hütter, Präsident des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, sagte, (Landes-)Politische Entscheidungen in ihren Auswirkungen auf das Leben der Menschen erfahrbar zu machen, könne die zentrale Zielsetzung eines Hauses der Landesgeschichte sein. Zugleich wurde herausgearbeitet, dass eine Reihe von Fragen noch zu klären sind. Wichtig sei weiterhin, bald zu beginnen, die Bürgerinnen und Bürger am Aufbau zu beteiligen, z.B. als Zeitzeugen oder durch Bereitstellung geeignete Ausstellungsstücke aus bald sieben Jahrzehnten Landesgeschichte und Landespolitik.
Unser Land ist reich an Entwicklugnen und Ereignissen, die unsere Gegenwart bestimmen und nicht selten ganz Deutschland mitgeprägt haben: Der Aufschwung und demokratische Neuaufbau im einwohnerreichsten Land nach 1945, der Strukturwandel - nicht nur an der Ruhr, sondern ebenso z.B. im Münsterland, am Niederrhein oder in Ostwestfalen, Umweltprobleme und -lösungen, Bildungskontroversen und neue Bildungschancen für viele, Zuwanderung und Eingliederung mit Erfolgen und Problemen, Sportbegeisterung wie kaum anderswo und vieles mehr... An die Verbindung zu Großbritannien, das 1946 als Besatzungsmacht die Gründung des neuen Bundeslandes verfügte, erinnerte der Besuch der Britischen Königin Elisabeth II in 2003. (Sie finden dieses und viele andere Bilder im jüngst eröffneten Verzeichnis historischer Fotos auf www.landtag.nrw.de)
Grundsätzliche Fragen stehen am Anfang des Weges:
- Was macht ein Haus der Geschichte attraktiv und authentisch?
- Wie lassen sich ein virtuelles und ein erlebbares Haus gut verknüpfen?
- Für wen soll ein Haus der Geschichte entworfen und angelegt werden?
- Welche Trends und neuen Chancen sind - etwa durch den rasanten Fortschritt elektronischer Medien - im Ausstellungswesen absehbar?
- Welche Erfahrungen und Perspektiven vergleichbarer Projekte sind für uns in Deutschland und international hilfreich ?
- Wie könnte Trägerschaft gestaltet werden ?
- In welchen Schritten oder Meilensteinen zu planen ist sinnvoll ?
Einzelne Ansätze, Landesidentität, gar Staatsbewusstsein und historisches Wissen über das 1946 neu geschaffene „Bindestrichland NRW“ zu schaffen, hat es ja auch früher gegeben.Ministerpräsident Meyers wollte ein „großes Staatswappen“ und eine Landeshymne in Auftrag geben. In den 70er Jahren kam aus SPD- und FDP-Fraktion der Vorschlag, eine mobile NRW-Landesausstellung einzurichten. Sie sollte das „Landesbewusstsein der Bürger stärken und Kultur und Sozialgeschichte (sogar) seit der Römerzeit zeigen“. In den 90er Jahren wurde nach dem Umzug des Parlaments in den neuen Landtag angeregt, das frühere Ständehaus als NRW-Museum zu widmen.
Mit Haus der Geschichte der Bundesrepublik in Bonn, dem Haus der Geschichte Baden-Württembergs, vergleichbaren Plänen in anderen Ländern wie jüngst auch für Bayern oder dem neuen Erinnerungsort „Tränenpalast“ in Berlin gibt es inzwischen spannende Vorbilder für Museum, das zum Beispiel für die rund 70.000 Besucher reizvoll ist, die den Landtag jährlich besuchen.
Mit einem anregenden und öffentlichen Prozess, der dieser Idee eine wirklich überzeugende Gestalt gibt, 
kann diese Sympathie zu einem konkreten Projekt werden. Dafür möchte ich mich weiter einsetzen. Schritt für Schritt, mit allen wichtigen Beteiligten und vielen Interessierten. Mit wissenschaftlicher Grundlage, öffentlicher Unterstützung und klugen politischen Entscheidungen. Das wird nicht einfach sein. Aber es ist machbar. Zur Geschichte Nordrhein-Westfalens gehört, große Aufgaben mit Bodenhaftung, Augenmass, zurückhaltendem Selbstbewusstsein aber bedeutender Kraft anzupacken und zu schaffen.Das wünsche ich mir und wünsche ich unserem Land für ein Haus der Geschichte, das einlädt, sich für Demokratie und Zukunft in Nordrhein-Westfalen zu begeistern und einzusetzen.
Was meinen Sie dazu? Über Ihre Sicht und Ihre Anregungen freue ich mich. Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Bildnachweis:
Oben: Queen Elizabeth II 2003 mit Landtagspräsident Schmidt und Ministerpräsident Steinbrück im Landtag. (Foto: Bernd Schaelte)
Unten, links: Ausschussitzung im alten Landtag 1972. (Foto Eva Tüsselmann)
Unten, re.: Ich als junger Abgeordneter 1982 (Foto: Eva Tüsselmann). Die Rechte für alle Bilder liegen beim Landtag NRW.
In eigener Sache: Geld und Mandat
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
dem Landtag gehöre ich nun im 27. Jahr an. Seit 27 Jahren und wahrscheinlich auch davor war das Thema „Bezahlung der Abgeordneten“ immer ein heikles und sensibles Thema.
Wenn der Vorgang selbst verantwortbar und angemessen war, war der Zeitpunkt doch in der Regel der Falsche. Auch heute beschäftigt sich der Landtag mit diesem Thema. Der Landtag Nordrhein-Westfalen hat mit Stimmen aller Fraktionen 2005 ein neues Abgeordnetengesetz verabschiedet. Das Gesetz galt und gilt als Musterstück für Transparenz und Angemessenheit. Die große Zustimmung zu dieser ganz und gar neuen Form der Abgeordnetenbezahlung hat aber weder der Deutsche Bundestag noch ein Landtag in Deutschland zum Anlass genommen, die Reform nachzuvollziehen....
In diesem Zusammenhang ist die Altersversorgung der Abgeordneten einstimmig neu geregelt worden. Keine direkte staatliche Altersversorgung mehr, sondern ein Versorgungswerk mit Pflichtbeiträgen. Dieser Weg war und ist Neuland. Damals haben wir uns verständigt, die Entwicklung sorgsam zu prüfen.
Man hätte schon 2005 einen höheren Betrag für das Versorgungswerk einstellen können. Doch wollte man mit dem Systemwechsel der Abgeordnetenbezahlung nicht über 10.000 Euro kommen. Das deutliche Absinken der Altersversorgung – die natürlich auch für Hinterbliebene wichtig ist - wurde umgesetzt und in der Öffentlichkeit sehr begrüßt. Nur stellen wir fest, dass diese Altersversorgung ohne Korrektur in eine Schieflage gerät.
Nehmen wir eine Abgeordnete an, die heute im Landtag und im Durchschnitt 49 Jahre alt ist. Sie gehört im Durchschnitt zwei Wahlperioden dem Parlament an: Sie kann bei Renteneintritt ohne Anpassung nur mit 48 Prozent der Rente rechnen, die nach altem Recht als Pension gezahlt worden wäre. Die Fluktuation der Abgeordneten nimmt zu. Lange Mandatszeiten werden selten. Mehr Abgeordnete erleben so Brüche in der Berufsbiographie. Das bewirkt Probleme für die Alterssicherung auf einem Lebensweg, der riskiert, für eine Tätigkeit als MdL, beruflichen Anschluss und Aufstieg zu verpassen.
Ehemalige Abgeordnete leben, wie die ganze Gesellschaft, im Durchschnitt immer länger. Das ist ein erfreulicher Vorgang. Ohne die heutige Änderung droht daraus den Bezügen aus dem Versorgungswerk das beschriebene Abfallen. Das ist auch im – angemessenen - Vergleichsblick auf kommunale Wahlbeamte in Gemeinden und Städten und ihre Versorgungsbezüge bedeutsam. Es gilt erst recht im Vergleich mit anderen Flächenland-Parlamenten, die ihre MdL im Alter deutlich besser stellen als wir. Dieser Rückstand bleibt !
Der Gesetzentwurf bedeutet nicht 500 Euro mehr verfügbares Geld. Er bedeutet auch nicht 500 € mehr an künftiger Rente, wie es teilweise missverstanden wird.
Unmittelbar kommt es aber zu Steuerabzügen zwischen 60 und 200 €. Ich spiele das nicht zum Opfer hoch. Es ist aber spürbarer Beitrag für die stabile Zukunft unserer verpflichtenden Altersvorsorge.
Das sehen wir konkret vor:
A) Der Anteil der Abgeordnetenbezüge für das Versorgungswerk wird im Gesetz noch einmal verdeutlicht. Statt Prozentzahlen steht hier nun ein Euro-Betrag.
B) Dieser Beitrag wird um 500 € im Monat erhöht. Diese Erhöhung speist das Solidarsystem des Versorgungswerks für seine Zahlungen an eine in Zukunft wachsende Zahl ehemaliger MdL.
Nach meiner Auffassung geht es in der öffentlichen Diskussion aber beinahe weniger um die Frage, welcher absolute Zusatzbetrag für die Stabilisierung des 2005 geschaffenen – und gelobten – Versorgungswerks aufgewendet werden darf.
Eigentlich geht es wieder um die Frage, welche Bezüge für Abgeordnete in ihrer aktiven Zeit und in der Altersversorge angemessen sind. Diese Frage wird, seit es Parlamente gibt, so leidenschaftlich debattiert wie sie objektiv nicht beantwortbar ist. Der Vergleich von Parlamenten in Deutschland und Europa, auf der Ebene der Länder, Regionen und Nationalstaaten zeigt das mit gewaltigen Unterschieden, die es bei Bezahlung und Zusatzleistungen gibt.
Die Abgeordneten Nordrhein-Westfalens haben mit der Reform von 2005 eine Bezahlung und Versorgung geregelt, die viel Anstand und Augenmaß gezeigt. Das kann jeder auch in den Kommentaren von damals nachlesen. Natürlich sind die rund 8500 Euro Einkommen plus Bezüge für das Versorgungswerk eine gute Bezahlung. Wer als Abgeordnete oder Abgeordneter seine Aufgabe und sein Amt ernst nimmt, leistet dafür mindestens aber auch so viel Einsatz wie ein Beigeordneter in einer mittleren Stadt oder ein Bürgermeister in einer Gemeinde. So habe ich es bisher gehalten. Ich bin für die Bürgerinnen und Bürger stets rasch erreichbar. Jede Gemeinde, fast jede Schule und viele Vereine, vor allem aber viele Menschen kenne ich persönlich.
Persönlich werde ich von der Mehrzahlung keine Vorteile haben. Meine Altersbezüge sind noch nach früherem Recht geregelt. Von den 500 zusätzlichen Euro werde ich keine Mehreinnahmen im Alter haben. Ich muss sie aber als Pflichtbeitrag an das Versorgungswerk abführen und zugleich als höheres Einkommen voll versteuern. In der Schlussabrechnung kommt bei mir weniger Geld als bislang an. Aber ich halte die Änderung im Interesse der heutigen und künftigen jungen Abgeordneten für nötig.
Ob Wählerinnen und Wähler finden, dass Abgeordnete ihr Geld „wert“ sind, können sie durch bei den Landtagswahlen befinden und entscheiden. Das Bild einiger weniger Politiker, die aus Mandaten in attraktive, gutbezahlte Jobs wechseln, überdeckt doch, dass dies keinesfalls im Regelfall so ist. Wer Landtage attraktiv halten will für freie Berufe, für Selbstständige oder angestellte Führungskräfte attraktiv halten will, muss in der Altersversorgung eine Abfederung bieten für das hohe Risiko, mit dem Mandat empfindliche Unterbrechungen oder gar ein Ende beruflicher Aufstiegschancen in Kauf zu nehmen.
Politikerlaufbahnen werden heutzutage kürzer und unsicherer. Man kann das für eine vitale Demokratie begrüßen. Für Probleme der Attraktivität von Politik in einem Abgeordnetenmandat, das Leidenschaft, Sachverstand und viel viel Arbeit und Zeit erfordert, ist es aber ebenfalls in Rechnung zu stellen. Dies betrifft vor allem unseren Wunsch, auch die jüngere Generation im Parlament zu haben.
Mein Fazit ist: Es ist richtig und normal für eine lebendige Demokratie, dass Bürger und Medien sich aufmerksam und kritisch mit Entscheidungen des Parlaments befassen, gerade wenn es um die eigenen Angelegenheiten der Abgeordneten geht. Ich nehme jeden Anruf und jede Zuschrift an mich ernst. Einige Bürger, die mir Ihren Ärger und Ihre Fragen geschrieben haben, habe ich angerufen. Nicht alle waren am Ende des Telefonats einverstanden, aber alle waren bereit, sich auf meine Argumente und Perspektive einzulassen.
Im Vergleich der Parlamente kann der Landtag Nordrhein-Westfalen bislang sagen, engagierte politische Arbeit fair, angemessen, aber keinesfalls unbescheiden oder gar übertrieben gut zu bezahlen. Ich bin fest überzeugt, dass ist auch künftig mit dem veränderten Abgeordnetengesetz der Fall.
Ein Wechsel mit Zuversicht
Nach 26 Jahren habe ich am 14. Oktober den CDU-Bezirksvorsitz für Südwestfalen an Klaus Kaiser weitergegeben. Das war ein emotionaler Moment - aber bei meiner ersten Wahl vor 26 Jahren war ich doch aufgeregter :-).
Mich hat gefreut, dass unser CDU-Landesvorsitzende, Bundesminister Norbert Röttgen, persönlich gekommen ist, um den Stafettenwechsel mitzuerleben. Mich freut, dass ich über eine so lange Zeit politisch für meine Heimat an dieser verantwortungsvollen Position arbeiten konnte. Wir haben manches erreicht. Dazu gehört, dass sich der Raum Sauer-/Siegerland heute als Region Südwestfalen versteht und organisiert. Die Regionale 2013 ist dafür der sichtbare Beleg. Mit 5 Landräten, 38 von 59 Bürgermeistern und 997 Mandatsträgern in Räten und Kreistagen sei die CDU „so stark und bürgerverbunden wie keine politische Konkurrenz in Südwestfalen. Meinen bisherigen Stellvertretern, Bernd Schulte (Bild) und Monika Brunert-Jetter MdL, danke ich für unsere langjährige Zusammenarbeit undFreundschaft. Ihr Geschenk, ein randvoll mit heimisch Spezialitäten und Wanderkarten gepackten Rothaarsteig-Rucksack, werde ich vom kommenden Frühjahr an auf den Rücken nehmen...
Klaus Kaiser und der neue Vorstand sind eine gute Truppe für die Südwestfalen-CDU. Seine Richtungspfeile für Schwerpunkte der künftigen politischen Arbeit in der Regional-CDU unerstütze ich. Südwestfalen müsse noch stärker als innovative Industrieregion bekannt und gestärkt werden. Die Energiewende bedeute für „Ideen, Projekte und Produkte auf dem Feld erneuerbarer Energien eine große Chance für Südwestfalen“. Schließlich sei der Ausbau der Bildungslandschaft mit wohnortnahen Schulen und kreativen Hochschulen für Lebens- und Standortqualität entscheidend. Eindringlich warb Röttgen bei den 140 Gästen und Delegierten um Unterstützung für die Europapolitik der Bundesregierung. „Es geht nicht um Griechenland. Es geht darum, ob sich Europa im Kreis aufsteigender Wirtschaftsräume und großer Mächte der Zukunft kulturell, ökonomisch und politisch behauptet oder zur Randgröße wird“.
Bewegend: Begegnung mit irakischen Christen in NRW
In Essen habe ich jetzt einen bewegenden Gottesdienst und eine beeindruckende Begegnung mit irakischen Christen erlebt. Sie gehören zu den Flüchtlingen aus dem von Krieg und Terror geschundenen Land, die NRW 2009 aufgenommen hat. Im vorausgehenden Gottesdienst mit Essens Weihbischof Vorrath wurde deutsch, arabisch und aramäisch gebetet und gesungen. Das war eine beeindruckende Erfahrung für "Kirche". Gefreut hat mich, dass sich Essens Weihbischof „für das ganz wichtige Zeichen, das Sie mit Ihrem Besuch in dieser Gemeinde geben“ bedankte.
Es waren mehrere hundert Mitgliedern der chaldäisch-katholischen Gemeinde, die im Essener Norden für die zahlreichen Flüchtlinge eingerichtet wurde, die NRW als Teil einer Europäischen Aktion für bedrohte irakische Christen aufgenommen hatte. Viele haben noch einmal Danke gesagt für die sichere Aufnahme und Hilfe, die sie bei uns erfahren. Ich konnte Fragen und Wünsche der irakischen Exilgemeinde aufnehmen, die sich um schwierige Passangelegenheiten und vor allem die Probleme drehten, Ausbildungs-Anerkennungen oder Nachqualifizierungen für Iraker der jüngeren Generationen in Deutschland zu bekommen. Ich habe die Gemeinde eingeladen, mich 2012 im Landtag zu besuchen. Mir ist wichtig, dass die neuen Bürger auf dem Weg ihrer Integration auch unser Parlament erleben und ihre Fragen auch hier mit Fachleuten besprechen.
Ich bin sicher, für alle hier Angekommenen aus dem Irak gibt es bei uns eine gute Perspektive - wenn sie es wünschen und kräftig lernen und mitarbeiten. Mein Besuch soll auch als Zeichen der Anteilnahme an den bitteren Erfahrungen gelten, die hinter vielen Gemeindemitgliedern liegen und an den Sorgen um Verwandte im Irak . In den letzten zehn Jahren sind rund 1,6 Mio Christen vor islamistischem Terror aus dem Irak geflohen. Zahlreiche Anschläge auf Kirchen und Gemeinden forderten tote, so im Herbst 2010 allein 52 Opfer bei einem Anschlag auf die Kathedrale in Bagdad.
Essen und andere Städte, die Menschen hier und anderswo, die Ihnen zur Seite stehen, können natürlich die verlorene Heimat nicht ersetzen. Aber diese Städte und Menschen möchten den irakischen Christen das Gefühl und die Gewissheit für eine sichere Gegenwart und gute Zukunft vermitteln. Denen, die diese Hilfe in der Seelsorge, Sozialarbeit, bei Wohnungssuche, Bildung und Berufsfindung organisieren, gebührt unser Dank. Sie machen sich um unser Land und um Menschlichkeit verdient.
Die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer Religion ist bittere, oft grausame und tödliche Wirklichkeit. Das gilt auch und gerade für Christen in aller Welt. Es ist richtig und wichtig, dass sich der Deutsche Bundestag vor kurzem ausdrücklich mit dieser Frage befasst hat, Verfolgung von Christen verurteilt und die Solidarität Deutschlands mit allen wegen ihres Glaubens Verfolgten unterstrichen hat. Dies ist eine Lehre aus der deutschen Geschichte und ihren dunkelsten Stunden. Glaubens- und Religionsfreiheit sind zentrale Menschenrechte. Jede Verfolgung ist mit unserem Verständnis der Unantastbarkeit dieser Rechte unvereinbar.
Unser Land Nordrhein-Westfalen hat vielen Millionen eine neue Heimat gegebenen, u.a. Auswanderern aus Polen im 19. Jahrhundert, Arbeits-suchenden aus ganz Deutschland, Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, Gastarbeitern und neuen Bürgern aus vielen Ländern Europas und anderswoher. „Menschen die Chance auf ein neues Zuhause, neue Arbeit und Heimat zu geben, ist eine unserer ganz großartigen Traditionen. Es bleibt aber auch wichtig und wünschenswert, Rückkehrperspektiven in den Irak zu schaffen und darauf hinzuwirken, dass die religiösen Minderheiten dort wirksam geschützt werden. Mein Wunsch und der Landtags ist, dass die Mitglieder dieser großen und jungen irakischen Gemeinde eine friedliche, frohe Zukunft gestalten können – hier in NRW. Und als Christen auch in einem neuen, demokratischen und wirklichen freiheitlichem Irak.
Beeindruckende Begegnung mit NRW-Polizisten in Afghanistan
Ihre Dienstwagen sind fast sechs Tonnen schwer, haben bis zu 300 PS und sind innen komplett mit silbern schimmernden Stahlplatten ausgepanzert. Eigentlich leisten sie Polizeidienst in Rheine, Dortmund, Köln, Bielefeld oder Düsseldorf, aber jetzt steht auf ihren Uniformhemden „Police“ statt Polizei. Klaus B. und Bülent C. (Namen geändert) sind Polizisten aus Nordrhein-Westfalen, die für bis zu einem Jahr Dienst als Polizeiausbilder in Afghanistan leisten.
Bis zu 38 Frauen und Männer aus unserem Bundesland tun dort an unterschiedlichen Standorten Dienst. Einige von Ihnen konnte ich jetzt in Afghanistan treffen und für ihre so harte und wichtige Aufgabe loben, die meiner Ansicht nach zu wenig öffentlich wahr genommen anerkannt wird. Im deutsch geführten Hauptquartier der Internationalen Schutztruppe ISAF machte ich mir ein Bild über die Erfahrungen der Beamten sowie von Soldatinnen und Soldaten aus NRW, die ich treffen konnte. Vorbereitet und begleitet wurde meine Reise von Martin Michalzik, meinem Büroleiter im Landtag, der in Wickede zu Hause ist.
Entspannt bei WDR-Westermann - Politik b…

"Nerven behalten" lautet das Lebensmotto von Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg. Gute Nerven benötigte der ehemalige NRW-Umweltminister schon oft in seinem Job. Beim MonTalk mit Christine Westermann konnte er sich jetzt an einem...
weiterlesen...Gäste aus Wickede im Landtag

Rund 60 politikinteressierte Düsseldorf-Besucher aus der Wahlkreisgemeinde Wickede informierten sich jetzt im Mai über Stadtentwicklung und Geschichte in Düsseldorf sowie mit einem Parlamentsbesuch über die aktuelle Landespolitik und die Arbeit des...
weiterlesen...Schwanitz (17) vertrat Uhlenberg

Eine persönliche „Arbeitsplatz-Einweisung“ als Sitzungsleiter des Jugendlandtags Nordrhein-Westfalen erhielt Conrad Schwanitz, 17, von Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg, am Präsidiumstisch des Düsseldorfer Parlaments. Auch ein Blick in den Empfangsraum des Präsidenten und...
weiterlesen...Lob und Kritik in Türkei

Einblick in die Geschichte des Landes und die Lage der Kirchen vermittelte Gerhard Duncker (re), viele Jahre Vertreter der evangelischen Kirchen in Istanbul, Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg und seiner Delegation. Düsseldorf/Ankara....
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