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ECKHARD

UHLENBERG

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Bewegend: Begegnung mit irakischen Christen in NRW

irak-junge_gemeindeIn Essen habe ich jetzt einen bewegenden Gottesdienst und eine beeindruckende Begegnung mit irakischen Christen erlebt. Sie gehören zu den Flüchtlingen aus dem von Krieg und Terror geschundenen Land, die NRW 2009 aufgenommen hat. Im vorausgehenden Gottesdienst mit Essens Weihbischof Vorrath wurde deutsch, arabisch und aramäisch gebetet und gesungen. Das war eine beeindruckende Erfahrung für "Kirche". Gefreut hat mich, dass sich Essens Weihbischof „für das ganz wichtige Zeichen, das Sie mit Ihrem Besuch in dieser Gemeinde geben“ bedankte.

Es waren mehrere hundert Mitgliedern der chaldäisch-katholischen Gemeinde, die im Essener Norden für die zahlreichen Flüchtlinge eingerichtet wurde, die NRW als Teil einer Europäischen Aktion für bedrohte irakische Christen aufgenommen hatte. Viele haben noch einmal Danke gesagt für die sichere Aufnahme und Hilfe, die sie bei uns erfahren. Ich konnte Fragen und Wünsche der irakischen Exilgemeinde aufnehmen, die sich um schwierige Passangelegenheiten und vor allem die Probleme drehten, Ausbildungs-Anerkennungen oder Nachqualifizierungen für Iraker der jüngeren Generationen in Deutschland zu bekommen. Ich habe die  Gemeinde eingeladen, mich 2012 im Landtag zu besuchen. Mir ist wichtig, dass die neuen Bürger auf dem Weg ihrer Integration auch unser Parlament erleben und ihre Fragen auch hier mit Fachleuten besprechen.

Ich bin sicher, für alle hier Angekommenen aus dem Irak gibt es bei uns eine gute Perspektive - wenn sie es wünschen und kräftig lernen und mitarbeiten. Mein Besuch soll auch als Zeichen der Anteilnahme an den bitteren Erfahrungen gelten, die hinter vielen Gemeindemitgliedern liegen und an den Sorgen um Verwandte im Irak . In den letzten zehn Jahren sind rund 1,6 Mio Christen vor islamistischem Terror aus dem Irak geflohen. Zahlreiche Anschläge auf Kirchen und Gemeinden forderten tote, so im Herbst 2010 allein 52 Opfer bei einem Anschlag auf die Kathedrale in Bagdad.

Essen und andere Städte, die Menschen hier und anderswo, die Ihnen zur Seite stehen, können natürlich die verlorene Heimat nicht ersetzen. Aber diese Städte und Menschen möchten den irakischen Christen das Gefühl und die Gewissheit für eine sichere Gegenwart und gute Zukunft vermitteln. Denen, die diese Hilfe in der Seelsorge, Sozialarbeit, bei Wohnungssuche, Bildung und Berufsfindung organisieren, gebührt unser Dank. Sie machen sich um unser Land und um Menschlichkeit verdient.

Die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer Religion ist bittere, oft grausame und tödliche Wirklichkeit. Das gilt auch und gerade für Christen in aller Welt. Es ist richtig und wichtig, dass sich der Deutsche Bundestag vor kurzem ausdrücklich mit dieser Frage befasst hat, Verfolgung von Christen verurteilt und die Solidarität Deutschlands mit allen wegen ihres Glaubens Verfolgten unterstrichen hat. Dies ist eine Lehre aus der deutschen Geschichte und ihren dunkelsten Stunden. Glaubens- und Religionsfreiheit sind zentrale Menschenrechte. Jede Verfolgung ist mit unserem Verständnis der Unantastbarkeit dieser Rechte unvereinbar.

irak_chorUnser Land Nordrhein-Westfalen hat vielen Millionen eine neue Heimat gegebenen, u.a. Auswanderern aus Polen im 19. Jahrhundert, Arbeits-suchenden aus ganz Deutschland, Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, Gastarbeitern und neuen Bürgern aus vielen Ländern Europas und anderswoher. „Menschen die Chance auf ein neues Zuhause, neue Arbeit und Heimat zu geben, ist eine unserer ganz großartigen Traditionen. Es bleibt aber auch wichtig und wünschenswert, Rückkehrperspektiven in den Irak zu schaffen und darauf hinzuwirken, dass die religiösen Minderheiten dort wirksam geschützt werden. Mein Wunsch und der Landtags ist, dass die Mitglieder dieser großen und jungen irakischen Gemeinde eine friedliche, frohe Zukunft gestalten können – hier in NRW. Und als Christen auch in einem neuen, demokratischen und wirklichen freiheitlichem Irak.

© Eckhard Uhlenberg 2012 Erstellt mit dem CDU-Baukasten unter Joomla! Ein Service der VANAMELAND